Energieeffizienz an deutschen Schulen

Alte SchuleAn vielen deutschen Schulen sieht es hinsichtlich der Energieeffizienz eher düster aus. Auf Grund der jahrelangen Sparpolitik, wurde an vielen öffentlichen Schulgebäuden nur das Nötigste saniert, so dass viele Gebäude marode sind und noch immer viel Energie benötigen.

Aktuell verbrauchen alle Bildungsgebäude in Deutschland ungefähr pro Jahr 20 Millionen MWh. Davon entfallen allein zwei Drittel des Verbrauches bzw. der Kosten auf die Schulgebäude. Vielen Schulen stehen in den nächsten Jahren umfassende Sanierungsarbeiten bevor. Häufig fehlen den stark belasteten Kommunen auch die finanziellen Mittel um im Rahmen der Sanierungsarbeiten auch energieeinsparende Modernisierungsmaßnahmen durchzuführen um damit die zukünftigen laufenden Kosten zu reduzieren. So bleibt der laufende Betrieb einer Schule sehr kostenintensiv und der Trend zur Schließung von Schulen wird sich wohl weiter fortsetzen. Somit wird die flächendeckende Bildungsversorgung im gesamten Bundesgebiet weiter abnehmen. Gleichzeitig verbringen die Schüler viel mehr Zeit an den Schulen z. B. durch die Einführung vom Ganztagesschulen.

Unter solchen Bedingungen fällt ein angenehmes und erfolgreiches Lernen schwer. Dies wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit weiterhin negativ auf den bundesweiten Bildungsdurchschnitt auswirken sowie den bestehenden Fachkräftemangel anheizen.

Um dieser Abwärtsspirale entgegen zu wirken, bedarf es vielerlei Maßnahmen. Durch energieeinsparende Veränderungen im Rahmen eines individuellen Gesamtkonzepts, kann viel bewirkt werden. Eine Investition in energieeinsparende Mittel ist somit gleichzeitig eine Investition in die Bildung der Kinder von Heute und die Zukunftsfähigkeit des Landes von morgen.

Energieeffizienz und Einsparpotenziale an neugebauten Schulgebäuden

Energieeffizienz im HausAn sich ein gut durchdachtes Schulgebäude zu bauen, dass bei einer hohen Nutzungsqualität einen gleichzeitig niedrigen Ressourcenverbrauch aufweist ist recht kompliziert. Die einzelnen Räume z. B. Sporthalle, Klassenzimmer und Verwaltungsräume werden unterschiedlich intensiv und zu unterschiedlichen Zeiten genutzt. Die Schulen müssen hinsichtlich Luftwechsel, Lichtverhältnissen, Akustik, Sicherheit, Schadstoffausdünstung, Hygiene und Sonnenschutz beachtliche Auflagen erfüllen, die teilweise einer guten Energieeffizienz entgegen wirken.

Für Schulen, die neugebaut werden hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie das Projekt „Energieeffiziente Schulsanierung“ ins Leben gerufen. Hier werden besonders sogenannte „Leuchtturmprojekte „ unterstützt. D. h. die Neubauten sollen bei möglichst hoher Nutzungsqualität einen gleichzeitig sehr niedrigen Energieverbrauch aufweisen und im Idealfall sogar überschüssige Energie erzeugen. Wenig verbrauchende Schulen werden hier als sogenannte „3-Liter-Haus-Schulen“ und überschüssige energieerzeugende Gebäude als „Plusenergieschulen“ bezeichnet. Des Weiteren wird bei dem benötigten Energieverbrauch sowie schuleigenen Energieerzeugung in Zukunft ein sehr großer Stellenwert auf erneuerbare Energien (z. B. Solar- und Windkraft) gelegt um den Co2-Ausstoß zu verringern und einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Z. B. werden häufig auf den Schulgeländen Solaranlagen oder Windräder installiert, die eigenen Strom erzeugen und somit z. B. einen großen Anteil am benötigten Strom selbst erzeugen und Kosteneinsparungen entstehen. Durch Ausnutzung des Sonnenverlaufs kann das Gebäude so konzipiert werden, dass es den Nutzungsbedürfnissen der Schule besser angepasst ist und weniger Energie benötigt wird. Bewegungsmelder sorgen für ein automatisches Licht- und Wassermanagement und einen sparsamen Verbrauch. Gerade bei Neubauten kann durch eine gut durchdachte Planung von vorne herein auf eine gute Energieeffizienz geachtet werden. Da solche Häuser schon einen sehr niedrigen Stromverbrauch haben, erreichen Energiesparmaßnahmen einen vergleichsweise kleineren Effekt.

Energieeffizienz und Einsparpotenziale an Altbauten

Schlechte Energieeffizienz im AltbauBei den Altbauten sieht eine energetische Modernisierung schon komplizierter aus. Viele Gebäude sind in unterschiedlichen Jahrzehnten erbaut worden und im Laufe der Jahre wurden viele individuelle bauliche Eigenheiten entwickelt um den laufenden Betrieb der Schulen zu gewährleisten. Hier gibt es unzählige Energieeinsparungsmaßnahmen, die für jede Schule einzeln geplant werden müssen. Eine häufig wirksame Maßnahme ist z. B. die Installation von Bewegungssensoren in den Sanitärräumen. Diese kümmern sich um ein automatisches Licht- und Wassermanagement. Auch die Nutzung von Solarthermie zur Warmwasserversorgung, erreicht häufig einen sehr hohen Wirkungsgrad. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass eine (energetische) Sanierung sich grundsätzlich lohnt und die besten Erfolgsaussichten darin bestehen für jede Schule einzeln ein gut durchdachtes Gesamtkonzept zu erstellen, dass alle möglichen helfenden Komponenten (z. B. Bund, Länder, Lehrer, Eltern, Schüler) miteinbezieht. Da die Altbauten teilweise einen sehr hohen Energieverbrauch aufweisen, können durch Energiesparmaßnahmen häufig große Einsparpotenziale entstehen.