Energieeffizienz bei Industrie und Gewerbe in Bau, Betrieb und Produktion

Die Industrie ist einer der Hauptnutzer der erzeugten Energie. Zurzeit entfallen knapp 30 Prozent der erzeugten Energie in den Bereich der Industrie.

Industrie als StromfresserDie meiste Energie wird in der Industrie im Bereich der Prozesswärme benötigt. Direkt danach folgen hier die elektrischen Antriebe. Hierunter sind gemeint unter anderem die Motoren, die beispielsweise für Produktionsbänder benötigt werden. Ebenso sind hierbei enthalten Pumpen zur Weiterführung flüssiger Produkte und vieles mehr. Knapp 10 Prozent der in der Industrie benötigten Energie wird zum Heizen genutzt. Mit etwa zwei Prozent entfällt nur ein kleiner (aber nicht zu vernachlässigender) Anteil der genutzten Energie auf die Beleuchtung. Weitere Geräte mit Energiebedarf sind Warmwassergeräte und aktive Geräte für die Datenvernetzung. Bei letzterem sind beispielsweise leistungsfähige Server und Computer gemeint.

Größtes Einsparpotential bei der Prozesswärme

Gemäß der dargelegten Aufteilung des Energieverbrauchs lässt sich Prozentual die meiste Energie bei der Prozesswärme einsparen. Durch die Umwandlung der bereitgestellten Energie in Wärme entstehen Umwandlungsverluste. Ebenso wird die Wärmeenergie häufig für den in der Produktion benötigten Prozess nicht vollständig genutzt. In älteren Anlagen geht die anfallende Abwärme somit verloren. Speist man diese Abwärme in einem Kreislauf wieder in die Herstellung der Prozesswärme ein, wird nur eine geringere Energiemenge zum Aufheizen des Mediums (beispielsweise Wasser in einem Wasserdampfkreislauf) benötigt. Durch eine Optimierung in der Bereitstellung der Prozesswärme lässt sich durch den Einsatz moderner Technik bis zu 15 Prozent Energie einsparen. Neben dem positiven Nebeneffekt für das Klima können gerade größere Betriebe die laufenden Betriebskosten deutlich senken.

LED-Technik spart Geld

LED LampeDer Energiebedarf bei der Beleuchtung liegt prozentual nur bei einem sehr geringen Anteil in der Industrie. Trotzdem lohnt es sich aufgrund der weit entwickelten Technik auch hier eine Modernisierung in Betracht zu ziehen. Viele Betriebe scheuen sich vor der Umrüstung der Beleuchtung auf die LED-Technik. Der Hauptgrund hierfür sind die anscheinend hohen Kosten, die bei einer solchen Umrüstung entstehen. Tatsächlich liegen die Kosten der Leuchten mit LED-Technologie nur noch leicht über den Leuchten mit konventionellen Leuchtmitteln. Der Hauptkostenpunkt ist deshalb die benötigte Arbeitskraft. Aufgrund des geringen Energiebedarfs der LED-Leuchten sind diese in genau geplanten Beleuchtungsanlagen bereits nach knapp sechs Jahren amortisiert. Zusätzlich ist die Lebensdauer der LED-Leuchten um ein vielfaches länger, weshalb ein Austausch weitaus später erfolgen muss, als dies bei konventionellen Leuchten von Nöten wäre. Betreibt man nun noch einen Stromvergleich und findet einen günstigeren Anbieter, lassen sich weitere Kosten einsparen.

Weitere Energie kann man bei der Beleuchtung durch den Einsatz moderner Regelungen einsparen. So können in den Fluren Bewegungsmelder installiert werden, welche die Flurbeleuchtung nur dann einschalten, wenn auch wirklich eine Person durch den Flur geht. Gleiches lässt sich auch in Büros verwirklichen. Ein Präsenzmelder erkennt, ob ein Mitarbeiter in seinem Büro ist und schaltet die Beleuchtung nach Feierabend selbstständig aus. Ein über die Nacht durchleuchtende Lampe ist somit nicht mehr gegeben. Möchte man noch tiefer in die Regelungstechnik einsteigen, können Tageslichtsensoren eingesetzt werden. Diese messen das beispielsweise in ein Büro einfallende Licht und dimmen die Beleuchtung soweit herab, dass eine ausreichende Beleuchtung gemäß der Norm (500lx in Büroarbeitsplätzen) vorhanden ist. Je weiter die Beleuchtung herabgedimmt ist, desto geringer ist der Energiebedarf der Leuchte.

Moderne Antriebstechnik senkt den Energiebedarf

Für den Transport von Waren innerhalb eines Unternehmens werden eine Vielzahl an Motoren und Antriebe benötigt. Diese werden in der Regel mit elektrischer Energie betrieben, weshalb diese mit dem zu bezahlenden Strompreis für einen großen Kostenpunkt sorgen. Seit geraumer Zeit werden für die Steuerung der Antriebe Frequenzumrichter eingesetzt. Diese auf Leistungselektronik basierenden Bauteile können bei einer sinnvollen Einstellung Energie einsparen, in dem Sie den Motor genau nach der benötigten Anforderung steuern. Als Beispiel sei hier ein sanfter Anlauf des Motors genannt, bei dem die großen Einschaltströme verringert werden können. Gerade beim Austausch älterer Antriebe empfiehlt es sich, hocheffiziente Motoren als Ersatz einzubauen. Heute befinden sich die Wirkungsgrade der modernen Antriebe auf einem Niveau, welche sich kaum noch verbessern lassen.

Druckluft ist ein Energiefresser

Die Bereitstellung von Druckluft kann bis zu zehn Prozent des gesamten Energiebedarfes eines Betriebes entsprechen. Allerdings geht diese bereitgestellte Energie durch undichte Verbindungen sehr oft zu großen Teilen verloren. Man sollte sich also darüber Gedanken machen, wie weit man bei der Produktion auf Druckluft verzichten und diese durch elektrische Antriebe ersetzen kann. Daraus resultiert unter Umständen eine Verkleinerung der Druckluftanlage. Versucht man zusätzlich, diese Druckluft nicht zentral bereitzustellen, lassen sich Übertragungswege verkürzen und somit die Gefahren undichter stellen verringern.